Was stresst dich?


Gerade jetzt in den Ferien merke ich immer wieder: Stressoren sind allgegenwärtig in unserem Leben.  Sie können von verschiedenen Quellen stammen, sei es Arbeit, Beziehungen, Gesundheitsprobleme oder finanzielle Sorgen. Oder auch gefühlt aus dem Nichts.
Stress ist ja grundsätzlich etwas positives: Bei einer Stressreaktion durchläuft der Körper eine komplexe Serie von physiologischen Veränderungen, die darauf abzielen, den Körper auf eine potenzielle Bedrohung vorzubereiten, z.B. Freisetzung von Stresshormonen wie Adrenalin und Cortisol, Erhöhung der Muskelspannung, Aktivierung des sympathischen Nervensystems, was insgesamt zu einer Erhöhung der Herzfrequenz, des Blutdrucks und der Atemfrequenz führt. Dadurch wird mehr Sauerstoff und Glukose zu den Muskeln transportiert, um eine schnelle Reaktion zu ermöglichen. Gleichzeitig wird die  Aufmerksamkeit fokussiert (s.a. den Artikel aus der letzten Woche, 255 Shades of Grey), die Verdauung wird verlangsamt und das Immunsystem unterdrückt.
Diese Reaktionen sind Teil des evolutionären "Kampf- oder Flucht"-Mechanismus, der dazu dient, den Körper vor potenziellen Gefahren zu schützen. Allerdings kann eine anhaltende Stressreaktion, insbesondere wenn sie chronisch wird, negative Auswirkungen auf die Gesundheit haben.
So gesehen: wichtig für das Überleben, hat sich evolutionär etabliert. Doch warum reagieren dann Menschen so unterschiedlich auf Stressoren? Oder warum reagiere ich an unterschiedlichen Tagen so unterschiedlich auf die verschiedenen Stressoren?
Ich habe den starken Verdacht, dass dies mit einer Grundspannung zusammen hängt, aber darüber würde ich bei einer anderen Gelegenheit mehr schreiben, wenn ich mich intensiver eingelesen habe.

Für mich ist das Finden und Benennen persönlicher Stressoren der erste Schritt zur Bewältigung von Stress. Doch wie können wir herausfinden, was uns belastet? Als gute Datenfetischistin lautet meine Antwort auf fast alles: Daten aufnehmen, Korrelationen finden und mit etwas Glück und viel Systematik, auch Kausalitäten.
Eine Möglichkeit dies zu tun wäre eine systematische Herangehensweise zu verwenden, um verschiedene Lebensbereiche zu untersuchen.
Hier sind einige Kategorien, die dabei helfen können:

1. Arbeit/ Beruf: welche Aspekte deines Jobs bereiten dir Stress? Es könnten unterschiedliche Seiten des Jobs sein, wie Arbeitsbelastung, Konflikte mit Kolleg:innen oder Unsicherheit über die berufliche Zukunft sein.

2. Mental load: was lastet alles auf deinen Schultern, woran musst du alles denken? Verantwortung für Kind und Haushalt, für weitere Angehörige, für Tiere, für Nachbar:innen? Zahlreiche Verpflichtungen bei Ehrenämtern, Vereinen?

3. Finanzen: wie ist deine finanzielle Situation und welche Stressoren könnten darin eine Rolle spielen? Geldsorgen, fehlender Unterhalt, Schulden oder unvorhergesehene Ausgaben?

4. Beziehungen: wie sind aktuell so die zwischenmenschlichen Beziehungen? Gibt es Konflikte oder Unsicherheiten in der Familie, Partnerschaft oder im Freundeskreis, die Stress verursachen? Erfährst du genug Unterstützung und Wertschätzung?

5. Gesundheit: wie geht es dir körperlich und geistig? Welche Stressoren sind hier relevant, wie Krankheiten, chronische Schmerzen oder Schlafprobleme? Findest du Zeit, für dich selbst zu sorgen?

6. Umwelt: wie steht es um  Umweltfaktoren wie Lärm, Überfüllung oder Umweltverschmutzung, aber auch Vorurteilen und Diskriminierung, die deinem Stress zusätzlich zusetzt?

7. Persönliche Faktoren: ich bin keine Freundin davon, Systemprobleme auf individuelle Schultern umzuwuchten. Dennoch gibt es persönliche Eigenschaften, die den Stress zusätzlich erhöhen können, wie Perfektionismus (oder eher: Angepasstheit an gesellschaftliche Erwartungen), Selbstzweifel oder mangelnde Selbstfürsorge. Darauf zu achten schadet nicht.

Diese Kategorien systematisch durchzugehen, kann dabei helfen, potenzielle Stressoren zu identifizieren, die dein Wohlbefinden beeinträchtigen könnten. Sobald du diese Stressoren benannt hast, kannst du gezielt Maßnahmen ergreifen, um sie zu bewältigen und dein Stressniveau zu reduzieren.

Insbesondere Alleinerziehende gehören zu denjenigen, die oft einem hohen Maß an Stress ausgesetzt sind. Die Verantwortung für Kinder alleine zu tragen, finanzielle Belastungen zu bewältigen und die Herausforderungen des Alltags zu meistern, kann eine enorme Belastung darstellen. Aus diesem Grund ist es besonders wichtig, dass Alleinerziehende die Mühe nicht scheuen, ihre persönlichen Stressoren zu finden und gezielte Abhilfe zu schaffen. Indem sie sich ihrer Stressoren bewusst werden und gezielt daran arbeiten, sie zu bewältigen, können sie ihre Resilienz stärken und eine gesunde Lebensbalance erreichen.

(Haha, diesen letzten Absatz lasse ich einfach so stehen und nutze ihn gleichzeitig als disclaimer: Den hat ChatGPT nach meinen engen Vorgaben aber mit seinem eigenen Wortschatz geschrieben. ChatGPT hat mir auch geholfen, meine Gedanken zu diesem Thema zu strukturieren. Ich arbeite nämlich selbst daran, mich nicht zu sehr zu stressen. Ich schreibe echt gerne diesen Blog und will auch jede Woche einen Artikel und gute Qualität liefern, und das ist "nur" ein Hobby und ein Thema unter sehr vielen, die mich momentan stark beschäftigen. Ich hoffe trotzdem, ihr hattet Spaß und oder Einsichten zu verzeichnen beim Lesen!)

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